Wie funktioniert Genossenschaft

Die Grundprinzipien einer Genossenschaft sind Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Die Genossenschaft besteht aus ihren Mitgliedern und ist eine demokratische Unternehmensform.

Mitglied werden

Mitglieder einer Genossenschaft können werden:

  1. natürliche Personen
  2. Personengesellschaften des Handelsrechts 
  3. juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts

Um Mitglied zu werden muss der Bewerber einen Geschäftsanteil zeichnen. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand.

Für die Anmietung einer Wohnung kommen weitere Geschäftsanteile hinzu. Die Höhe ist in der Regel abhängig von der Größe der Wohnung. Einige Genossenschaften erheben zusätzlich dazu ein Eintrittsgeld. Die eingezahlten Anteile erhalten Sie bei einem Auszug wieder zurück, dass eingezahlte Eintrittsgeld dagegen nicht. 

Die Mitglieder einer Genossenschaft geben sich im Rahmen der Regelung des Genossenschaftsgesetzes eine Satzung, in der die Rechte und Pflichten der Mitglieder und Organe definiert sind.

Die Grundrechte jedes Genossenschaftsmitgliedes sind:

  • das Recht auf wohnliche Versorgung durch Nutzung einer Genossenschaftswohnung,
  • die Inanspruchnahme von Dienstleistungen und Einrichtungen der Genossenschaft nach den dafür getroffenen Bestimmungen sowie
  • die Teilnahme an sonstigen Vorteilen, die die Genossenschaft ihren Mitgliedern gewährt.

Jedes Mitglied hat eine Stimme und wählt seinen Vertreter in direkter und geheimer Wahl.

Was sind Genossenschaftsanteile?

Genossenschaftsanteile müssen von Mitgliedern einer Genossenschaft gezeichnet werden. Das ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Mitgliedschaft und wird von allen Interessenten verlangt. Die Höhe der Anteile legt jede Genossenschaft selbst fest. Häufig richten sie sich nach der Größe der Wohnung.

Die Genossenschaftsanteile werden in der Regel verzinst und bei Austritt des Mitglieds zurück erstattet. Es besteht die Möglichkeit, diese bei Bedarf mit Ansprüchen der Genossenschaft gegenüber dem scheidenden Mitglied gegenzurechnen. Die Rückerstattung der Geschäftsanteile ist in der jeweiligen Satzung geregelt.

Mobile Mitgliedschaft

Der Wohnungswechsel von einer Genossenschaft zur anderen gestaltet sich bisher schwierig und kostenintensiv für deren Mitglieder: In der Regel warten die Mitglieder nach der Kündigung eineinhalb bis zweieinhalb Jahre auf die Rückzahlung ihrer Anteile, müssen aber gleichzeitig bei der neuen Genossenschaft sofort Geschäftsanteile zeichnen. Das kann für den einen oder anderen schon mal zum Problem werden und so suchen viele Wohnungswechsler gar nicht erst bei einer anderen Genossenschaft nach einer neuen Wohnung.

Unter dem Motto "Leichter wechseln – damit kein Mitglied verloren geht" starteten 33 Mitgliedsunternehmen die mobile Mitgliedschaft. Inzwischen bieten 50 Genossenschaften diese Service an.

Was bedeutet dies für Sie als Mitglied? Bei einem beruflichen oder privaten Wohnungswechsel können Sie eine Vereinbarung mit Ihrer bisherigen und Ihrer neuen Genossenschaft abschließen. Konkret bedeutet das: Wenn Sie eine neue Wohnung anmieten, treten Sie Ihre Geschäftsanteile unwiderruflich an die neue Genossenschaft ab. Ihre ehemalige Genossenschaft zahlt dann nach Fälligkeit dieses Geschäftsguthaben an Ihre neue Genossenschaft. Ist Ihre neue Wohnung größer oder sind mehr Geschäftsanteile erforderlich, zahlen Sie den Differenzbetrag und den obligatorischen Pflichtanteil sofort ein.

Sind Ihre Geschäftsanteile wiederum höher als benötigt, bekommen Sie den verbleibenden Betrag nach Fälligkeit von ihrer ehemaliger Genossenschaft auf Ihr Konto überwiesen. Die Zahlung eines Pflichtanteils bleibt davon unberührt und andere Forderungen (z.B. Betriebskosten) werden gesondert berechnet.

Service

Zum guten Wohnen gehört natürlich nicht nur eine gute Wohnung. Vielmehr wird das gute Wohnen in Genossenschaften durch guten Service noch besser.

Daher ist es für uns selbstverständlich, dass unsere Hausmeister und Handwerker kleine Reparaturen schnell und unbürokratisch ausführen. Und unsere Mitarbeiter stehen Ihnen zur Seite - zum Beispiel, wenn Sie eine andere Wohnung brauchen oder Angelegenheiten in ihrem Haus zu regeln sind. Über diese Serviceleistungen hinaus haben wir verschiedene Dienstleistungen entwickelt. Die Angebote der Genossenschaften sind unterschiedlich. Sie richten sich nach den Bedürfnissen ihrer Mitglieder. Denn bei uns sagen die Mitglieder, wie sie wohnen wollen. Schließlich wir wollen, dass Sie zufrieden sind. Sind Sie es, sind wir es auch!

Solidarität

Wir Genossenschaften wollen dafür sorgen, dass unsere Mitglieder besser wohnen als andere. Diesen Auftrag können wir dadurch erfüllen, dass alle unsere Mitglieder zum guten Wohnen beitragen. Und wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet, dann wird Wohnen in ihrer Genossenschaft richtig gut.

Dazu bieten wir vielfältige Möglichkeiten, zusammen mit den anderen Mitgliedern gutes Wohnen in guter Nachbarschaft zu verwirklichen. Bei uns ist die Hilfe für den alten Nachbarn genauso wertvoll, wie die Unterstützung der jungen Familie. Diese gelebte Nachbarschaft ist Ausdruck der Solidarität. Sie hat uns Genossenschaften seit jeher stark gemacht und ist auch heute noch der Garant für dauerhaftes sicheres Wohnen. Wer Mitglied in einer Genossenschaft wird, weiß, dass darauf Verlass ist. Und er weiß, dass er selbst seinen Beitrag zur guten Nachbarschaft leisten kann.

Mitbestimmung

Wie das Wohnen in einer Genossenschaft aussieht, das entscheiden die Mitglieder selbst. Das Prinzip ist ganz einfach: Sie sind Gemeinschaftseigentümer, deshalb haben sie das Sagen. Jede Stimme hat das gleiche Gewicht, denn alle Mitglieder haben die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten. In jeder Genossenschaft wählen die Mitglieder ihre Vertreterinnen und Vertreter, damit sie die Geschäftspolitik der Genossenschaft mitbestimmen. In der jährlichen General- oder Vertreterversammlung überprüfen sie, ob Vorstand und Aufsichtsrat den genossenschaftlichen Förderauftrag erfüllt und die Geschäftspolitik im Sinne der Mitglieder ausgerichtet haben.

Darüber hinaus bieten viele Genossenschaften ihren Mitgliedern die Möglichkeit, den Wohnalltag in ihren Siedlungen gemeinsam mit den anderen Mitgliedern eigenverantwortlich zu gestalten. Wer sich hier einbringt, der entscheidet mit, was in seiner Siedlung läuft.

Sicherheit

Wer in einer Genossenschaft Mitglied ist, wohnt sicher wie ein Eigentümer und flexibel wie ein Mieter.

Als Gemeinschaftseigentümer wohnen Sie so lange in ihrer Genossenschaftswohnung, wie sie es wollen. Eigenbedarfskündigungen gibt es bei uns nicht. Jedes Mitglied hat mit seinem Dauernutzungsvertrag ein lebenslanges Wohnrecht in seiner Genossenschaft. Brauchen Sie eine andere Wohnung - vielleicht mit einem Kinderzimmer mehr oder einem barrierefreien Zugang - dann ist Ihre Genossenschaft flexibel. Jede Genossenschaft hat ein breites Wohnungsangebot, so dass Sie Ihnen die Wohnung anbieten kann, die zu ihrer Lebenssituation passt. Eine Genossenschaftswohnung ist aber auch sicher, weil sie vor Verkauf geschützt ist. Denn welcher Eigentümer verkauft schon seine Wohnung, wenn er darin gut und sicher wohnen kann. Bei unseren Genossenschaften machen einzig und allein die Mitglieder Gewinn und nicht die Aktionäre.

Gästewohnung

Reise in die Region Hannover?
Zu Gast bei den Wohnungsbaugenossenschaften Hannover

Und so funktioniert es: Sie sind Mitglied einer Wohnungsbaugenossenschaft, die sich an diesem Service beteiligt?

Dann steht Ihnen unser Angebot an Gästewohnungen zur Verfügung. Geben Sie an, bei welcher Genossenschaft Sie Mitglied sind und senden Sie ihre Anfrage. Die angefragte Genossenschaft wird sich umgehend bei Ihnen melden und alle weiteren Details mit Ihnen abstimmen.

Der Zweck der Genossenschaft ist vorrangig die Förderung der Mitglieder, indem eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung gewährleistet wird. Hierfür wird der Wohnungsbestand entsprechend den Bedürfnissen der Mitglieder angepasst und verwaltet.